Das sollte dein Mann dir zahlen, wenn du Hausfrau bist
Hausarbeit unbezahlt? Findet heraus, welchen finanziellen Wert die Arbeit einer Hausfrau hat und was Männer dafür zahlen sollten. Mehr dazu lest ihr hier.


Die Rolle der Hausfrau umfasst eine Vielzahl von Aufgaben, die oft unsichtbar bleiben und selten finanziell bewertet werden. Von der Kinderbetreuung über das Kochen bis hin zur psychologischen Unterstützung – die Liste der Verantwortlichkeiten ist wirklich lang. Doch wie schaut es mit der Bezahlung aus?
Warum sollten Männer ihre Ehefrauen für Hausarbeit bezahlen?
In einer Partnerschaft ist es essenziell, dass jede Form der Arbeit, ob bezahlt oder unbezahlt, anerkannt und wertgeschätzt wird. Die Entscheidung einer Frau, als Hausfrau zu arbeiten, sollte nicht als selbstverständlich angesehen werden.
Diese Rolle beinhaltet eine Vielzahl von Aufgaben, die direkt zum Wohlbefinden der Familie und zur Organisation des gemeinsamen Haushalts beitragen. Von der Kinderbetreuung und Erziehung über das Kochen und Sauberhalten des Hauses bis hin zur Planung und Koordination des Familienlebens – all diese Tätigkeiten erfordern Zeit, Mühe und Hingabe. Eine finanzielle Anerkennung dieser Leistungen kann mehrere positive Effekte haben.
Zum einen sorgt sie für eine gerechte Wertschätzung der Arbeit, die sonst oft unsichtbar bleibt und als selbstverständlich erachtet wird. Zum anderen stärkt sie die finanzielle Unabhängigkeit der Frau, was besonders wichtig ist, da Hausfrauen ohne eigenes Einkommen oft finanziell von ihren Partnern abhängig sind. Diese Abhängigkeit kann im Falle einer Trennung oder anderen unvorhergesehenen Lebensereignissen zu finanziellen Schwierigkeiten führen.
Wie viel wäre die Arbeit einer Hausfrau wert?
Finanzexpertin Margarethe Honisch sich die Mühe gemacht, den finanziellen Wert der Aufgaben einer Hausfrau zu berechnen. Das Ergebnis ist verblüffend: Würde man für jede einzelne Tätigkeit, die eine Hausfrau tagtäglich übernimmt, eine entsprechende Vergütung ansetzen, wie es in professionellen Dienstleistungsbranchen üblich ist, könnte ein Gesamtbetrag von über 11.000 Euro pro Monat zusammenkommen. Diese beeindruckende Summe unterstreicht den enormen Wert der Arbeit, die in Haushalten geleistet wird.
Die Berechnung berücksichtigt verschiedene Aspekte der Hausarbeit, wie zum Beispiel:
- die Kinderbetreuung,
- die Zubereitung von Mahlzeiten,
- die Reinigung und Instandhaltung des Hauses,
- die Organisation des Familienlebens,
- die psychologische Unterstützung der Familienmitglieder
und viele weitere Aufgaben. Jede dieser Tätigkeiten erfordert spezifische Fähigkeiten und Kenntnisse, die, wenn sie von professionellen Dienstleistern ausgeführt würden, entsprechend hoch vergütet werden.
Was sagt das Gesetz zu finanzieller Anerkennung in der Ehe?
In Deutschland sind die rechtlichen Rahmenbedingungen so gestaltet, dass sie den Ehegattenunterhalt regeln, welcher auch die im Haushalt geleistete Arbeit berücksichtigt. Diese Regelungen erkennen an, dass die nicht erwerbsmäßige Arbeit, die einer der Ehepartner leistet, einen wesentlichen Beitrag zum gemeinsamen Lebensstandard und Wohlergehen der Familie darstellt. Im Falle einer Trennung oder Scheidung können diese Beiträge zu finanziellen Ansprüchen führen, die darauf abzielen, den Lebensstandard des nicht erwerbstätigen Partners zu sichern.
Darüber hinaus besteht auch innerhalb der Ehe die Möglichkeit, vertragliche Vereinbarungen zu treffen, die eine finanzielle Kompensation für die im Haushalt geleistete Arbeit vorsehen. Solche Vereinbarungen können dazu beitragen, die finanzielle Unabhängigkeit und Sicherheit des haushaltsführenden Ehepartners zu stärken und eine gerechtere Aufteilung der finanziellen Lasten innerhalb der Partnerschaft zu fördern.
Wie können Frauen ihre finanzielle Situation verbessern?
Eine solide finanzielle Vorsorge umfasst mehrere wichtige Aspekte:
- Anlegen eines Notgroschens: Es ist zu empfehlen, dass jede Hausfrau einen Notgroschen anlegt, also eine finanzielle Reserve, die in Notfällen genutzt werden kann. Dieser Notgroschen sollte idealerweise so bemessen sein, dass er die Lebenshaltungskosten für mindestens drei bis sechs Monate abdeckt. Dadurch haben Frauen die Sicherheit für unvorhergesehene Ausgaben oder finanzielle Engpässe, beispielsweise bei plötzlichen Reparaturen im Haushalt oder anderen dringenden Ausgaben.
- Führen eines eigenen Kontos: Jede Hausfrau sollte über ein eigenes Bankkonto verfügen. Dies stärkt ihre finanzielle Unabhängigkeit und ermöglicht es ihr, ihre Finanzen selbst zu verwalten. Ein eigenes Konto ist auch wichtig für das Aufsparen und die Verwaltung "eigener" Gelder, wie etwa Geschenke, Erbschaften oder persönlich erwirtschaftetes Einkommen aus Nebentätigkeiten.
- Informieren über finanzielle Grundlagen: "Wissen ist Macht", und dies gilt auch im Bereich der Finanzen. Hausfrauen sollten sich aktiv über finanzielle Grundlagen informieren. Dazu gehören Themen wie Budgetierung, Investitionen, Altersvorsorge und Versicherungen. Es gibt viele Ressourcen, von Online-Kursen über Workshops bis hin zu Beratungsdiensten, die dabei helfen können, ein besseres Verständnis für finanzielle Angelegenheiten zu entwickeln.