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Vogelschützer fürchten wegen Kampf gegen Ratten um Waldkäuze

Das Nymphenburger Schloss ist bei Ausflüglern und Touristen beliebt - und ein Teil des Geländes offenbar auch bei Ratten. Unter dem Kampf gegen die Nager könnten auch andere Tiere leiden.

ANTENNE BAYERN ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG
Waldkauz Carsten Rehder/dpa

München (dpa/lby) - Wegen der Bekämpfung von Ratten fürchten Vogelschützer eine Vertreibung von Waldkäuzen aus dem Nymphenburger Schlosspark. Im Februar habe der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in dem gut besuchten Park deutlich weniger der heimischen Eulen in Baumhöhlen beobachtet als in den Vorjahren, teilte die Münchner Kreisgruppe mit. 

«Wir gehen davon aus, dass dafür auch Gifte aus der Rattenbekämpfung verantwortlich sind», sagte die Leiterin Vogelkunde und Vogelschutz, Isabel Rohde. «Und das wiederum hängt mit Essensresten zusammen, die achtlos im und um den Park weggeworfen werden.»

Giftköder nicht im Park selbst ausgelegt

Die Bayerische Schlösserverwaltung bestätigte auf Anfrage den Gifteinsatz gegen die Nager - nicht im Park selbst, aber vor dem Schloss am äußeren Rondell sowie entlang des Waisenhauskanals. Dazu sei man wegen möglicher Gesundheitsgefahren durch Ratten verpflichtet. Die zuständige Fachfirma nutze dazu «ausschließlich anerkannte Mittel und Verfahren». 

Die Vogelschützer empfehlen, die Rattenbekämpfung mit Giftködern auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn Eulen vergiftete Ratten fressen, könne es nämlich zu Sekundärvergiftungen kommen, an denen die Vögel sterben könnten. Während der Brutzeit gelte das auch für den Waldkauz-Nachwuchs.

Was Besucher gegen die Ratten tun können

Viel wichtiger sei aber etwas anderes, betont der LBV: «Besuchende in und um den Schlosspark sollten sich des Müllproblems bewusst werden und Lebensmittelreste nicht auf Wiesen, Wegen oder Sitzbänken entsorgen.» Dadurch würden Ratten überhaupt erst dorthin gelockt. 

Die Schlösserverwaltung betonte, man setze alles daran, die Abfallmengen möglichst kleinzuhalten. Dazu seien mehr Mülleimer aufgestellt worden, die öfter geleert werden. Besucherinnen und Besucher würden in den sozialen Medien aufgerufen, ihren Müll nicht liegenzulassen. Parkaufseher würden bei ihren Rundgängen darauf achten, dass sich die Menschen an die Regeln halten.

© dpa-infocom, dpa:250228-930-389761/1