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US-Zölle treffen Bayern hart

Der Freistaat hat einen überdurchschnittlich großen Außenhandel mit den USA. Zölle treffen die bayerische Wirtschaft daher besonders.

ANTENNE BAYERN ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG
Umschlagbahnhof München-Riem picture alliance / dpa

München (dpa/lby) - Die von US-Präsident Donald Trump verkündeten Zölle treffen den Freistaat nach Ansicht der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) schwer. Mit 29 Milliarden Euro «war Amerika 2024 der größte Exportmarkt für uns», betont Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Insgesamt gehen nach Zahlen des Landesamts für Statistik knapp 13 Prozent der bayerischen Exporte in die USA. Das ist deutlich mehr als der deutsche Durchschnitt von gut 10 Prozent. 

«Von den neuen Zöllen sind vor allem Maschinen betroffen, 6 Milliarden Euro und damit knapp 15 Prozent aller Maschinenexporte des Freistaats gingen 2024 in die Vereinigten Staaten», beschreibt Brossardt die aktuelle Situation. Auch für Elektronik-Produkte und für Luftfahrzeuge und -teile spiele der US-Markt mit Exportanteilen von rund 18 und 15 Prozent eine überdurchschnittliche Rolle. Bei den aus Bayern exportierten Pkw, die von produktspezifischen Zusatzzöllen von 25 Prozent betroffen sind, ist die Betroffenheit ebenfalls groß: «Rund jedes fünfte exportierte bayerische Auto wurde 2024 in die USA exportiert. Das entspricht einem Exportvolumen von 8,0 Milliarden Euro.»

Handelskrieg vermeiden

«Ein Handelskrieg muss weiterhin unbedingt vermieden werden, auch wenn die gestrige Entscheidung eine Einigung immer schwieriger macht», sagt Brossardt. «Wir setzen darauf, dass die USA ihre Handelspolitik überdenken werden, sobald die verheerenden Folgen der Zollpolitik zutage treten.»

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger warnt ebenfalls vor den Folgen. «Wenn sich die USA jetzt abschotten, steht für unsere heimische Wirtschaft viel auf dem Spiel», sagt er. «Je nach Unternehmen sprechen wir hier von Zusatzkosten sogar in dreistelliger Millionenhöhe. Betroffen sind insbesondere unsere Automobilhersteller und -zulieferer, die Chemieindustrie sowie die Maschinenbauer.»

© dpa-infocom, dpa:250403-930-422753/1