So wird die kleinste Bodenseeinsel vor dem Untergang bewahrt
Die Insel Hoy ist für Touristen ein Highlight. Doch Unwetter haben ihr schwer zugesetzt. Mit einer Teilsanierung verhilft ihr die Stadt zu alter Schönheit.


Lindau (dpa) - An der kleinsten Bodenseeinsel wird gerade ordentlich gebaggert. Die Stadt Lindau will das ummauerte Stückchen Erde 100 Meter vom Festland entfernt mit zwei neuen Betonwänden stabilisieren. Seit Montag laufen die Bauarbeiten. «Diese Wände sollten dann hoffentlich nun 100 Jahre halten», sagte Bauleiter Pius Hummler von den Garten- und Tiefbaubetrieben Lindau (GTL). Die Insel soll bis Ende kommender Woche wieder aufgebaut sein.
Mit 53 Quadratmetern ist die Hoy gerade mal etwas größer als ein luftiges Wohnzimmer. Unwetter und das Hochwasser vom vergangenen Jahr haben der Insel ordentlich zugesetzt. Das Mauerwerk bröckelt.
Bewohnt ist die Hoy nicht. Vor rund 100 Jahren von einem ehemaligen Villenbesitzer als private Badeinsel angelegt, gehört sie seit 1973 dem Freistaat Bayern. Zuständig für die Insel ist die Stadt Lindau.
Niedrigwasser macht Teilsanierung möglich: «Chance ergriffen»
Dass man an die Insel mit Bagger und anderem Werkzeug im Trockenen herankomme, sie dem aktuellen Niedrigwasser zu verdanken, sagte Hummler. Im vergangenen Jahr um diese Zeit sei der Pegelstand etwa 50 Zentimeter höher gewesen. «Diese Arbeiten wären sonst nicht möglich gewesen. Wir haben jetzt die Chance ergriffen.» Hummler ist optimistisch, dass die Arbeiten abgeschlossen sein werden, bevor der Wasserstand wieder steigt.
25.000 Euro kostet die Reparatur des Mauerwerks. «Für die Stadt ist es wichtig, die Mauer jetzt zu sichern, damit die Insel den Sommer, Wind und Wellen wieder gut übersteht und nicht gänzlich zerstört wird», sagte eine Sprecherin der Bodensee-Kommune.
Die Insel Hoy sei für Lindau von großer Bedeutung und sei sehr beliebt bei Einheimischen und Touristen. «Sie ist ein sehr beliebtes Fotomotiv, man findet sie auf vielen Postkarten, Broschüren und Logos.» Künftig werden laut Stadt auch weitere Sanierungsmaßnahmen nötig werden, um den Rest der Mauern zu erneuern.