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Nur noch eine neue Wohnungsgenossenschaft in Bayern

Genossenschaftswohnungen sind begehrt, weil sie günstig sind. Doch für neue Genossenschaften sind die Startbedingungen schlecht.

ANTENNE BAYERN ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG
Günstige Mietwohnungen in München gesucht Sven Hoppe/dpa

München (dpa/lby) - In ganz Bayern ist im vergangenen Jahr eine einzige neue Wohnungsgenossenschaft gegründet worden. Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) erwartet auch für dieses Jahr keine Trendwende. «Die aktuellen Rahmenbedingungen verhindern den Bau bezahlbarer Mietwohnungen», sagte Verbandsdirektor Hans Maier.

In VdW sind über 500 überwiegend sozial ausgerichtete Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen, darunter 354 Genossenschaften. In den vergangenen Jahren waren jeweils mehrere Wohnungsgenossenschaften gegründet worden, von 2015 bis 2023 insgesamt rund 30. Doch unter den aktuellen Bedingungen gebe es für viele Gründungsinitiativen «keinen realistischen Weg zum ersten eigenen Wohngebäude», sagte Maier.

Mit den aktuellen Bedingungen meint Maier den finanziellen Rahmen: Die Genossenschaften verlangen weit niedrigere Mieten als auf dem freien Wohnungsmarkt üblich. Im Schnitt sind es in Bayern laut VdW 6,21 Euro pro Quadratmeter. Deswegen sind viele Genossenschaften auf Fördermittel angewiesen. Der Anstieg der Baukosten und die Inflation haben jedoch in den vergangenen zwei Jahren dazu geführt, dass sich sogar der frei finanzierte Wohnungsbau mit seinen sehr viel höheren Mieten für die Mehrheit der Bauträger nicht mehr rechnet. Dementsprechend ist der Wohnungsneubau in ganz Deutschland seit 2022 eingebrochen.

© dpa-infocom, dpa:250228-930-389989/1