Zum Hauptinhalt springen

Teilen:

Bauernpräsident Felßner: Unsägliche Kampagne

Günther Felßner zog sich nach Protesten von Tierschützern aus dem Rennen um das Amt des Bundeslandwirtschaftsministers zurück. Er wittert eine Kampagne gegen seine Person.

ANTENNE BAYERN ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG
Günther Felßner Sven Hoppe/dpa

Lauf a.d. Pegnitz (dpa) - Nach der amtlichen Feststellung von Mängeln bei der Tierhaltung auf dem Hof des bayerischen Bauernpräsidenten hat sich der Agrarfunktionär nun selbst zu Wort gemeldet. Alle beanstandeten Mängel seien umgehend nach der unangemeldeten Kontrolle des Veterinäramtes behoben worden, sagte Günther Felßner in einer Videobotschaft, die der bayerische Bauernverband veröffentlichte. 

Felßner sieht in der Anzeige, die nach Angaben des Veterinäramtes von der Tierrechtsorganisation Peta ausgegangen war, ein koordiniertes Vorgehen. «Ja, zurzeit läuft eine unsägliche Kampagne gegen mich», sagte Felßner. «Ich persönlich wurde und werde diffamiert, ich musste Angriffe auf mich und auf meine Familie erleben und es gab Stalleinbrüche», sagte der Bauernpräsident. Er wolle Transparenz herstellen und veröffentlichte Bilder von seinen Tieren. 

Das CSU-Mitglied Felßner war von seiner Partei für das Amt des Bundesagrarministers in einer schwarz-roten Regierung vorgesehen. Nach einem Protest von Tierschutz-Aktivisten auf seinem Hof legte er seine Ambitionen auf das Amt nieder. Die CSU reklamiere jedoch auch nach dem Rückzug Felßners das Amt für sich, hatte Parteichef Markus Söder gesagt. 

Das Veterinäramt des Landkreises Nürnberger Land hatte am Dienstag mitgeteilt, bei einer Kontrolle auf dem Hof Felßners in Lauf an der Pegnitz geringe Mängel bei der Einstreu und der Entmistung der Rinderstallungen sowie geringgradige bis mittelgradige Mängel bei der tierärztlichen Versorgung einzelner Rinder festgestellt zu haben. Die Behörde bestätigte, dass die Mängel innerhalb weniger Tage beseitigt worden seien.

Felßner ist seit 2022 Präsident des Bayerischen Bauernverbands und seit 2023 auch Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands. Er hatte sich während der Bauernproteste gegen die Streichung von Subventionen beim Agrardiesel stark exponiert und hatte einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt.

© dpa-infocom, dpa:250402-930-421817/1