Castortransport bald auf dem Weg nach Niederaichbach – Alle Details
Die Castorbehälter mit hochradioaktivem Atommüll sind in Deutschland angekommen. Alle Informationen zum Transport und zur Sicherheit gibt's hier.


Heute Morgen erreichte das Spezialschiff „Pacific Grebe“ den Hafen Nordenham mit sieben Castorbehältern an Bord. Diese enthalten hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente.
Erneute Sicherheitsmessungen
Im Hafen von Nordenham führen Experten erneut Messungen durch, um die Einhaltung der Strahlenschutzgrenzwerte zu bestätigen. Diese Messungen ergänzen die bereits in England durchgeführten Kontrollen.
Transport zum Zwischenlager per Zug
Die Castorbehälter werden auf Eisenbahnwaggons umgeladen und zum Zwischenlager Isar in Niederaichbach transportiert. Wann sich der Zug in Bewegung setzt, ist geheim, da es in der Vergangenheit immer wieder Störaktionen von Umweltschützern gegeben hat.
Vorbereitungen im Zwischenlager Niederaichbach für neue Castorbehälter
Das Zwischenlager Niederaichbach rüstet sich für die sieben Castorbehälter. Bei der Ankunft im Lager führen Fachleute der BGZ umfangreiche Überprüfungen durch. Dazu gehören Eingangsmessungen zum Strahlenschutz und die Überprüfung der Behälter auf ihren ordnungsgemäßen Zustand.
Ein spezieller Kran, der bis zu 150 Tonnen heben kann, wird verwendet, um die Behälter sicher zu bewegen. Das Team wird von Kollegen anderer BGZ-Standorte unterstützt. Jeder Behälter erhält einen festen Stellplatz, wobei die Behälter aufrecht und nebeneinander positioniert werden. Vor der Ankunft der Behälter führte das Team einen Probelauf durch, um die Abläufe zu optimieren.
Finanzielle Forderungen der Zwischenlager-Kommunen
Die Kommunen Niederaichbach und Essenbach fordern, ähnlich wie andere Standorte, finanzielle Entschädigungen vom Bund für die Lagerung des Atommülls. Sie verlangen bis zu 1,3 Millionen Euro jährlich. Ein Endlager für Atommüll gibt es noch immer nicht.
Polizei trifft umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen
Die Polizei in Bayern ist auf den bevorstehenden Castortransport vorbereitet. Das bayerische Innenministerium hat bereits Ende 2024 mit den Vorbereitungen begonnen, um einen sicheren und reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Die Gesamteinsatzleitung liegt beim Polizeipräsidium Niederbayern.
Eine spezielle Planungsgruppe wurde eingerichtet, die in ständigem Austausch mit der Bundespolizei, anderen Länderpolizeien und beteiligten Institutionen steht. Aus einsatztaktischen Gründen bleiben die genauen Details der Einsatz- und Kräfteplanung vertraulich.
Hintergrund des Castor-Transports
Die Rückführung der radioaktiven Abfälle basiert auf internationalen Vereinbarungen zwischen Deutschland und Großbritannien. Abgebrannte Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken wurden in einer Anlage im englischen Sellafield wiederaufbereitet. Der Atommüll, der dabei übrig bleibt, muss zurück nach Deutschland. Die aktuell sieben Castorbehälter sind ein Teil davon.