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Aktion gegen Kinderpornografie - 15 Männer unter Verdacht

Wieder sind Ermittler wegen Kinderpornografie ausgerückt: Sie durchsuchten Wohnungen in Oberbayern - und stellten umfassendes Material sicher.

ANTENNE BAYERN ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG
Symbolbild Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Mühldorf am Inn (dpa/lby) - Ermittler haben wegen Verdachts auf Kinderpornografie 15 Objekte in Oberbayern durchsucht. In den Landkreisen Mühldorf am Inn und Altötting seien bei 15 Beschuldigten zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden, teilten die Staatsanwaltschaft Traunstein und das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit. Es gehe sowohl um den Verdacht des Besitzes sowie der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte.

Unabhängig davon haben Ermittler aus mehr als 30 Ländern ein riesiges Pädophilen-Netzwerk mit fast zwei Millionen Nutzern weltweit ausgehoben. 79 Menschen wurden nach Angaben von Europol festgenommen. Unter Leitung des bayerischen Landeskriminalamtes sei die Plattform Kidflix vom Netz genommen worden. 

Umfangreiches Material sichergestellt 

Bei der Aktion in Oberbayern gab es laut Polizei keine Festnahmen. Vier Spezialstaatsanwältinnen und rund 30 Polizistinnen und Polizisten hatten in den Landkreisen Altötting und Mühldorf am Inn ab dem frühen Morgen Durchsuchungsbeschlüsse umgesetzt. In den Wohnungen der Beschuldigten - Männer im Alter zwischen 14 und 65 Jahren - stellten sie umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter Laptops, Mobiltelefone, Tablet-PCs und Speichermedien, die nun von IT-Forensikern ausgewertet werden.

Die Aktion solle auch zeigen, dass sich mutmaßliche Täter in der vermeintlichen Anonymität des Internets nicht sicher fühlen dürfen. Hinter jedem Fall von Kinder- und Jugendpornographie stünden Opfer und Schicksale.

Koordiniertes Vorgehen 

Zuletzt seien Straftaten im Zusammenhang mit der Verbreitung pornographischer und speziell kinderpornographischer Inhalte gestiegen. Allein im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd habe es im vergangenen Jahr eine starke Steigerung auf 911 Taten gegeben, ein Plus von rund 30 Prozent (2023 waren es 697 Taten) 

Ermittler verstärken Strukturen

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat eigene «Arbeitsgruppen Kinderpornographie» eingerichtet. Sie arbeiten eng unter anderem mit der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg zusammen, bei der das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornographie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) angesiedelt ist.

© dpa-infocom, dpa:250402-930-421837/1