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So minimiert ihr Risiken durch chemische Reinigungsmittel

Erfahrt, welche Risiken in gängigen Haushaltsreinigern lauern und wie ihr eure Gesundheit und Umwelt schützen könnt.

ANTENNE BAYERN ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG
Putzen Gesundheit Foto: Valerii Honcharuk/ Adobe Stock

Obwohl Reinigungsmittel alltäglich verwendet werden, sind sich viele nicht der Risiken bewusst, die sie beinhalten. In vielen stecken gefährlichen Chemikalien, doch viele davon lassen sich umgehen.

Die Wahrheit über Haushaltsreiniger

Jeder kennt bestimmt Hausmittelwerbungen, in denen zum Beispiel Flecken oder schmutzige Stellen entdeckt werden und der oder diejenige dann gleich anfängt, mit einem bestimmten Putzmittel dagegen anzukämpfen. Die Werbung ist meistens hell und freundlich dargestellt, keiner trägt Schutzkleidung und am Schluss sind alle froh, dass es wieder sauber ist - doch auf die Zusammensetzungen und der Auswirkung der Chemiekeulen auf die Gesundheit, schaut keiner. 

Viele Reinigungsmittel enthalten Stoffe, die ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen können, darunter Hautverätzungen, Atemwegsprobleme und chronische Erkrankungen. 

Laut der Süddeutschen Zeitung enthalten fast ein Viertel der rund 500 angebotenen Reinigungsmittel Stoffe, die als stark gesundheitsschädigend gelten und weitere 60 Prozent der Reinigungsmittel enthalten zudem Stoffe, die zwar nicht akut gefährlich sind, aber Allergien fördern, die Haut reizen oder zu Atembeschwerden führen können. Doch es gibt viele Optionen, die weniger schädlich sind.

Langzeitfolgen von Reinigungsarbeiten auf die Lungenfunktion

Eine im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" veröffentlichte Studie zeigt auf, dass regelmäßiges Putzen langfristige Gesundheitsschäden verursachen kann. Über zwei Jahrzehnte hinweg analysierten Forscher den Einfluss von Reinigungsaktivitäten auf die Lungenfunktion von über 6.000 Teilnehmern. Die Ergebnisse offenbarten, dass Frauen, die häufiger putzten, einen signifikanten Rückgang ihrer Lungenkapazität erlebten.  

20 Jahre in der Reinigungsbranche oder häufiges Putzen im eigenen Heim kann die Lunge so stark schädigen wie das Rauchen von 20 Zigaretten täglich.

Øistein Svanes, einer der Autoren der Studie

Die Ursache hierfür sind schädliche Aerosole, die oft beim Sprühen von Reinigungsmitteln freigesetzt werden. Bei Männern wurde keine vergleichbare Verschlechterung der Lungenfunktion festgestellt, was die Forscher auf die geringere Anzahl männlicher Probanden zurückführen. Zudem raten Hersteller von Reinigungsprodukten dazu, beim Umgang mit ihren Erzeugnissen geeignete Schutzausrüstung wie beispielsweise  Schutzhandschuhe zu tragen, wie es die Sicherheitshinweise auf den Produktverpackungen vorschreiben.

Sicherer Umgang mit chemischen Reinigungsmitteln

  • Schutzausrüstung verwenden: Um Haut- und Atemwegsreizungen zu vermeiden, solltet ihr stets die empfohlene Schutzausrüstung wie Handschuhe, Schutzbrillen und Atemmasken tragen, besonders bei der Verwendung aggressiver Reiniger.
  • Gut lüften: Sorgt für ausreichende Belüftung beim Putzen, um die Ansammlung von Dämpfen zu vermeiden. Öffnet Fenster und Türen oder verwendet Ventilatoren, um frische Luft zuzuführen.
  • Direkten Hautkontakt vermeiden: Neben dem Tragen von Handschuhen solltet ihr auch darauf achten, Spritzer auf der Haut sofort mit viel Wasser abzuspülen, um Reizungen oder Verätzungen zu verhindern.
  • Produktanweisungen genau befolgen: Lest die Anweisungen und Warnhinweise auf den Produktetiketten sorgfältig durch. Dies hilft, die Produkte sicher und effektiv zu verwenden.
  • Chemikalien nicht mischen: Vermeidet es, verschiedene Reiniger zu mischen, da diese gefährliche chemische Reaktionen auslösen können. Besonders das Mischen von Bleichmitteln mit anderen Reinigungsmitteln kann hochgiftige Dämpfe freisetzen.
  • Aufbewahrung: Bewahrt Reinigungsmittel außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren auf. Stellt sicher, dass alle Behälter ordnungsgemäß verschlossen und gekennzeichnet sind.
  • Alternative Reinigungsmittel erwägen: Überlegt, ob weniger aggressive, umweltfreundliche Reinigungsmittel für eure Reinigungsbedürfnisse ausreichen könnten. Viele alltägliche Verschmutzungen lassen sich effektiv mit Produkten wie Essig, Backpulver oder Zitronensäure reinigen.

Alternative Reinigungsmittel selbst herstellen

  • Allzweckreiniger:
    Zutaten:
    Wasser, weißer Essig, optional einige Tropfen ätherisches Öl (z.B. Zitrone oder Lavendel für einen angenehmen Duft)
    Zubereitung:
    Mischt in einer Sprühflasche zu gleichen Teilen Wasser und Essig. Fügt einige Tropfen des ätherischen Öls hinzu.
  • Glasreiniger:
    Zutaten:
    Wasser, weißer Essig
    Zubereitung:
    Mischt 2 Tassen Wasser, 1/2 Tasse Essig und 1/4 Tasse Isopropylalkohol in einer Sprühflasche.
  • Kalklöser:
    Zutaten:
    Essig und Zitronensaft
    Zubereitung:
    Mischt gleiche Teile Essig und Zitronensaft. Aufsprühen, einwirken lassen und dann abspülen.
  • Teppichreiniger:
    Zutaten:
    Backpulver und ätherisches Öl
    Zubereitung:
    Mischt Backpulver mit einigen Tropfen ätherischem Öl. Streut die Mischung auf den Teppich, lasst sie einige Stunden einwirken und saugt sie dann auf.
  • Fettlöser:
    Zutaten:
    Backpulver, flüssige Seife und Wasser
    Zubereitung:
    Erstellt eine Paste aus Backpulver, ein paar Tropfen flüssiger Seife und Wasser. Auf die fettigen Stellen auftragen, schrubben und abspülen.
  • Ofenreiniger:
    Zutaten:
    Backpulver, Salz und Wasser
    Zubereitung:
    Mischt 1/4 Tasse Backpulver, 1/4 Tasse Salz und genügend Wasser, um eine Paste zu bilden. Auf die schmutzigen Stellen im Ofen auftragen, über Nacht einwirken lassen und dann schrubben.
  • Abflussreiniger:
    Zutaten
    : Backpulver, Essig und kochendes Wasser
    Zubereitung:
    Gebt eine Tasse Backpulver in den Abfluss, gefolgt von einer Tasse Essig. Lasst es schäumen und gießt nach einigen Minuten kochendes Wasser nach.

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